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AGROSPRIT UND SEINE AUSWIRKUNGEN IN ZENTRALAMERIKA

Agrosprit – also Treibstoff aus Pflanzen oder organischen Abfällen – galt lange Zeit als Hoffnungsträger der Energiewende. Mittlerweile ist diese Euphorie etwas verflogen – auch, weil mit zunehmender Kritik von Umweltverbänden und Menschenrechtsorganisationen zunehmend Zweifel an der tatsächlichen „Nachhaltigkeit“ der Nutzung von Energiepflanzen aufkamen.

AGROSPRIT IN NICARAGUA

Quint Czymmek berichtet über die Förderungspolitik der deutschen Bundesregierung für Agrospritprojekte, insbesonere für eines der größten Unternehmen in Nicaragua. Der offensichtliche Zusammenhang zwischen der häufigen Erkrankung an Niereninsuffizienz und dem extensiven Einsatz von Pestiziden und Chemiecocktails wird von der Regierung nicht gesehen.

WAS EUROPÄISCHE RICHTLINIEN AUF NICARAGUANISCHEN FELDERN ANRICHTEN

Klaus Hess vom Informationsbüro Nicaragua kritisiert die europäische Agrarpolitik, fordert einen Stopp der Förderung von Monokulturen in den Ländern des Südens und eine angemessene Entschädigung für diejenigen, die aufgrund der chemieintensiven Produktionsweise ihre Gesundheit eingebüßt haben.

WIDERSTAND GEGEN MONOKULTUREN UND REPRESSION

Sabine Eßmann und Rudi Kurz vom Nica-Forum Heidelberg sprachen im Mai 2013 mit Giorgio Trucchi, dem Korrespondenten der Nahrungsmittelgewerkschaft Rel-UITA in Mittelamerika, über die Arbeitsbedingungen in den Monokulturen, die ökonomischen Interessen und den kleinbäuerlichen Widerstand, der insbesondere in Honduras mit schweren Menschenrechtsverletzungen konfrontiert ist.

AGROKRAFTSTOFFE IN NICARAGUA: HERAUSFORERUNGEN UND BEDROHUNGEN

FENACOOP ist der nicaraguanischer Dachverband der landwirtschaftlichen Kooperativen. Er spricht sich nicht prinzipiell gegen Anbau und Nutzung von Energiepflanzen aus – allerdings sieht er große Probleme im Kontext mit dem – auch in Nicaragua vorherrschenden – export- und profitorientiertem agroindustriellen Anbau der Pflanzen.

NACHHALTIGER AGROSPRIT – DIE ZERTIFIZIERUNGSLÜGE

Jana Herbst hat im Jahr 2012 in Nicaragua zu den Wirkungen Nachhaltigkeitszertifizierungen von Bioethanolproduzierenden Unternehmen geforscht und musste feststellen: Ob mit oder ohne Zertifikat – nachhaltig sind die Monokulturen weder in ökologischer noch sozialer Hinsicht.

HEUTE NAHRUNG, MORGEN SPRIT, ÜBERMORGEN PLASTIK

Roman Herre von FIAN Deutschland schreibt über die neue Entwicklung, dass Investoren und agroindustrielle Unternehmen zunehmend auf den Anbau von Pflanzen setzen, die neben der Nahrungsmittelproduktion für verschiedenste Verwendungen in Frage kommen: die sogenannten Flex Crops. Diese Entwicklung hat das Potential, Hunger und die Tendenz zum Landraub weiter anzuheizen.

AGROKRAFTSTOFFE: DIE SCHWEREN FOLGEN DES ENERGIEPFLANZEN-BOOMS

Jan Urhahn vom INKOTA-Netzwerk über den derzeitigen Run auf fruchtbares Land in den Ländern des Südens für die lukrative Exportproduktion, über die massiven Folgen für die Mensch und Natur in diesen Ländern und darüber, warum die Agrarpolitik der Bundesregierung dringend einen Richtungswechsel braucht.

GEGEN EINE AGRARPOLITIK, DIE ÜBER LEICHEN GEHT: UNSER ANLIEGEN

In Deutschland müssen nach der “Bio-”spritverordnung bis 2020 schrittweise 12 Prozent des Treibstoffs aus Agrosprit beigemischt werden. Die Quoten für Agrotreibstoffe, z.B. aus Zucker, Raps oder Mais produziert, sollen dem Klimaschutz dienen. Allerdings fallen durch den Anbau der Pflanzen gleichzeitig Flächen für Nahrungsmittel weg. Der Anstieg der Produktion von Zuckerrohr und Palmöl aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Agrosprit  hat in Zentralamerika fatale Folgen. Der Anbau schädigt sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Menschen. Um große Flächen Zuckerrohr anbauen zu können, kaufen Großkonzerne immer mehr Land und entziehen den Kleinbäuer_innen somit die Subsistenzgrundlage. In Nicaragua hat die drastische Erhöhung der Produktion von Bioethanol auf Zuckerrohrplantagen zu einem Anstieg des Pestizideinsatzes und vermehrten Auftreten von Niereninsuffizienz mit Todesfolge geführt.

Im Rahmen der Kampagne „Über Tank und Tellerrand hinaus“ wollen wir über die Zusammenhänge von Agrosprit und Landgrabbing am Beispiel Nicaragua (und anderer mittelamerikanischer Länder)  informieren und die sozial-ökologischen Auswirkungen der Agrotreibstoffproduktion untersuchen. Während des Bundestagswahlkampfes 2014 haben wir alle Parteien zu ihrer Haltung bezüglich Agrosprit, Verkehrswende und Entwicklungspolitik befragt und die Antworten publiziert. Zusammen mit anderen Organisationen unterstützen wir die Betroffenen durch einen Rechtshilfefonds. Unsere Aktionszeitung (der taz beigelegt) ist auch auf Spanisch verfügbar und wird in Nicaragua durch unsere Partnerorganisationen verteilt. Im Jahr 2015 haben wir eine vierwöchige Forschungsreise in Nicaragua und Kuba zum Themenschwerpunkt „Ernährungssouveränität“ durchgeführt; aus den zahlreichen Besichtigungen, Gesprächen und Interviews sind ein Buch und ein Film (beide in Deutsch und Spanisch) entstanden, die sowohl in Deutschland als auch in Nicaragua und Kuba in Veranstaltungen eingesetzt werden (können).

 

Weiterführende Informationen (Links)
Veranstaltungen (Kalender)
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„BEVOR WIR STERBEN WOLLEN WIR DIESE UNWÜRDIGE SITUATION BESEITIGEN!“

Heinz Reinke vom Nica-Forum Heidelberg arbeitet seit Jahren eng mit Selbsthilfeorganisationen zusammen, in denen sich die Arbeiter und ihre Familien zusammenschließen, die aufgrund der Pestizidbelastung an der Chronischen Niereninsuffizienz erkrankt sind. Das Nica-Forum unterstützt diese Gruppen durch Rechtshilfe, Medizin, ökonomische Alternativen und vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland.